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Integration durch Arbeit - erfolgreiche Lehrabschlussprüfung

12.07.2021

Daniel Huser gibt in seinem Betrieb immer wieder Flüchtlingen Lehrstellen: „Wenn die Fähigkeiten vorhanden sind und der Wille spürbar ist, dann freue ich mich, dass jemand diesen Beruf lernen will. Egal ob Schüler oder Flüchtling.“

Lehrstellen für Flüchtlinge sind in dreifacher Hinsicht sinnvoll: für die Flüchtlinge, wegen der besseren Integration, für den Sozialstaat, weil die Person auf eigenen Beinen steht, und nicht zuletzt auch für den Betrieb.

Davoodi wurde von seiner freiwilligen Unterstützung gefragt, ob er eine Lehre als Spengler machen würde. „Ich wusste nicht, was ein Spengler ist. Aber ich dachte mir, ich gehe hin und schaue es mir an“. Es folgte eine Woche Schnuppern. Davoodi gefiel die Arbeit mit den Blechen auf der Baustelle, und für Huser wurde schnell klar: das manuelle bei Davoodi passt, darauf kann man aufbauen. Er bietet ihm ein Praktikum und schliesslich die EBA-Lehre an. Diesen Sommer hat Davood erfolgreich abgeschlossen.

Die grösste Hürde war zu Beginn die Sprache. Trotz Deutschkursen: Die Verständigung war zu Beginn schwierig. Nun, zwei Jahre später und sehr zur Freude des Chefs, versteht Davoodi praktisch jedes Wort und kann sich gut ausdrücken. Das war aber mit zusätzlichem Aufwand verbunden. Davoodi war nebst einem Tag in der Schule noch einen zusätzlichen Halbtag in einem Deutschkurs. Ein zusätzlicher Halbtag, an dem er im Betrieb fehlte. Darum sagt Huser auch: „Es wäre falsch, würde ich sagen, jeder könne einfach kommen und eine Lehre machen“. Es müsse schon passen: vom Menschlichen, von den Fähigkeiten, das Zusammenspiel mit den Arbeitskollegen. Und vor allem das Interesse müsse vorhanden sein. Um genau solche Fragen zu klären, gibt es Schnupperlehren und Praktika.

Davoodi kann nach seinem Abschluss im Betrieb bleiben. Er hat sich dazu entschlossen auch noch eine EFZ-Lehre als Spengler anzuhängen. Die Deutschkenntnisse dazu hat er mittlerweile.